2022-08-08

Frieze Seoul 2022

In der koreanischen Hauptstadt Seoul findet von 2.-5. September 2022 erstmals die Frieze Seoul mit über 110 teilnehmenden Galerien im Messezentrum COEX statt. Die Frieze Seoul ist somit die erste Kunstmesse des Messeveranstalters Frieze im asiatischen Raum und zollt dem boomenden Kunstmarkt Koreas Rechnung.
Parallel zur Frieze Seoul findet ebenfalls im COEX die Kiaf Seoul (Korean International Art Fair), veranstaltet von der Galleries Association of Korea statt.

2022-04-25

La Biennale di Venezia 2022: Österreichischer Pavillon

Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl greifen die Gegebenheit des Österreichischen Pavillons auf, der durch einen Säulengang getrennt und gleichzeitig verbunden ist. Die zwei Haupträume tragen jeweils die Handschrift einer/eines der beiden KünstlerInnen. Die Einzelpositionen bleiben unterscheidbar und sind gleichzeitig miteinander im Austausch. te, illusionistische Raumsituation das Künstler*innenduo markiert.

Jakob Lena Knebls raumgreifende Installation entzieht sich eindeutigen Zuordnungen. Sie zeigt die Auseinandersetzung der Künstlerin mit den 1970er-Jahren und ihren gesellschaftspolitischen Themenfeldern sowie der Kunst- und Designgeschichte dieser Dekade und verweist auf deren starke Auswirkung auf das Jetzt. Hier spielen Identität und deren Transformationsmöglichkeiten, die Orte ihrer Inszenierung und Ausgrenzungsmechanismen eine zentrale Rolle. In ihrer Szenografie im Pavillon dominiert die Opulenz. Vor einer Sci-Fi-Landschaft, die sich über die gesamte Rückwand des Pavillons zieht, baut sich eine surreale Kulisse auf, die sowohl utopisch wie dystopisch wirkt. Sie ist von einem Stahlgerüst gerahmt, das von der Architektur des Centre Pompidou inspiriert wurde. Lebensgroße, hybride Skulpturen aus Keramik, Leder, Fiberglas, Textil und Stahl, welche die willkürliche Grenze zwischen Kunst und Design herausfordern, teilen den Ausstellungsraum zusammen mit den Besuchern. Dabei wird klassisches Handwerk mit Polyurethanguss nach digital erstellten und in 3D gedruckten Vorlagen verschränkt und verwoben.

Ashley Hans Scheirls Installation ist ein begehbares Selbstporträt als MalerIn. Ein roter, samtener Vorhang wird von der gemalten Hand der KünstlerIn beiseitegeschoben. Dahinter staffeln sich flache Kulissenelemente, die gleichzeitig die Schichten dieser aufgeklappten Malerei sind. Vom Eingang aus betrachtet, blicken von der hintersten Wand zwei ungleich große Augen mit einem ambivalenten Gefühlsausdruck. Darüber befindet sich ein weißer, langhaariger Schamhügel, aus dem ein überdimensionierter Schlauch in den Raum hängt. Er ejakuliert eine gelblich-durchsichtige „Flüssigkeit“ in den Raum, die unter dem Bogen einer Langhaarfrisur eine Pfütze hinterlassen hat. Von einem zotteligen Hügel ragen Panzerrohre in Richtung eines leuchtenden Goldbrockens und spucken dabei Medikamente aus. Ein wütend aufgerissener Mund schmückt eine Wohnzimmertapete aus den 1970er-Jahren. Dahinter durchbohrt ein Piercing-Ring einen als Wolke geformten Himmel. Drehen sich die Besucher um, sehensie hoch über dem Eingang einen gepolsterten Anus, der eine goldene Farbwurst in den Raum speit.

Die gemeinsame Installation der beiden KünstlerInnen ist von einer dynamischen Gegenüberstellung bzw. Verschränkung von verschiedenen, zueinander paradox anmutenden Räumlichkeiten, Stilen und piktogrammartigen Symbolen gekennzeichnet, die alle mit ihren jeweiligen Mitteln die Aufmerksamkeit der Besucher erhaschen wollen. Diese wiederum werden zu Protagonisten in diesem Stück und setzen die Szenerie mit ihren Körpern in Bewegung.