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(Quelle: Falter, Best of Böse, 52/2009)
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2010-01-01
Das Albertina-Rätsel
Aufgedeckt! Das Albertina-Rätsel: Alles über das unterirdische Geheimdepot von Direktor Klaus Albrecht Schröder in bzw. unter der Albertina Wien.
2009-11-16
Aspekte des Sammelns im Essl Museum
Das Essl Museum in Klosterneuburg bei Wien hat 10 internationale Ausstellungshäuser eingeladen, am Projekt und der Ausstellung "Aspekte des Sammelns" (20.11.09 – 28.02.2010, Eröffnung 19.11.2009, 19.30) teilzunehmen. Alle mitwirkenden Institutionen erhielten je 200.000 Euro Budget für den Ankauf von Kunstwerken. Die Auswahl der Werke für "Aspekte des Sammelns" trafen die jeweiligen Museumsdirektoren, beziehungsweise Kuratoren. Es gab keine weiteren Einschränkungen für die Ankäufe, es wurde lediglich empfohlen, den Fokus auf aktuelle Kunst zu richten. Nach der gemeinsamen Präsentation der Werke im Essl Museum im November 2009 wandern die Kunstwerke für mindestens 10 Jahre als Dauerleihgaben in die beteiligten Museen.
Die Auswahl der Museen für erfolgte in erster Linie durch persönliche Kontakte des Sammlers Karlheinz Essl. Die Vernetzung und Zusammenarbeit dieser Museen in Zukunft zu etablieren und den interkulturellen Austausch zu fördern, ist eine der Grundideen des Projektes.
Die Auswahl ist nun getroffen und die 11 Ankaufskonzepte - der 10 Teilnehmer und des Essl Museums - zeigen eine größtmögliche Vielfalt. Die Bandbreite reicht von dem Erwerb einer einzelnen Arbeit (Tate, MOT, Essl) über die Ergänzung von Sammlungsschwerpunkten (MdM, Louisiana), zu einer kuratorischen Recherche von Einflüssen einer älteren auf die jüngere Künstlergeneration (Städel), einem thematisch bestimmten kuratorischen Konzept (MART, MSL) bis zu breiten Ankäufen von junger Kunst (MSU, IHC). Eines wird dabei besonders deutlich: die Fülle an Möglichkeiten, Sammlungen zu erweitern und zu vertiefen und wie wichtig und notwendig es ist, diese zu fördern und zu stärken.
"Aspekte des Sammelns" bietet nun die einmalige Gelegenheit diese divergierenden Sammlungsstrategien und Ankaufsmodelle in einer Ausstellung zu vergleichen und ebenso ermöglicht sie den Besuchern, den Reichtum der künstlerischen Arbeiten zu entdecken.
Teilnehmende Künstler an der Ausstellung "Aspekte des Sammelns" im Essl Museum:
Lovro Artukovic, Micol Assaël, Miriam Bäckström, Stephan Balkenhol, Martin Barré, Milivoj Bijelić, Zhen Chen, Thea Djordjadze, Simon English, Jan Fabre, Liam Gillick, Group ABS, Ana Hušman, Manisha Jha, Jesper Just, Suhasini Kejrival, Raoul de Keyser, Alem Korkut, Eliseo Mattiacci, Annette Messager, Sarah Morris, Muntean/Rosenblum, Nunzio (Di Stefano), Tal R, Hans Hamid Rasmussen, Anselm Reyle, Pipilotti Rist, Arcangelo Sassolino, Viren Tanwar, Patrick Tuttofuocco, Shiv Verma, Silvio Vujicic, Heimo Zobernig
Die Auswahl der Museen für erfolgte in erster Linie durch persönliche Kontakte des Sammlers Karlheinz Essl. Die Vernetzung und Zusammenarbeit dieser Museen in Zukunft zu etablieren und den interkulturellen Austausch zu fördern, ist eine der Grundideen des Projektes.
Die Auswahl ist nun getroffen und die 11 Ankaufskonzepte - der 10 Teilnehmer und des Essl Museums - zeigen eine größtmögliche Vielfalt. Die Bandbreite reicht von dem Erwerb einer einzelnen Arbeit (Tate, MOT, Essl) über die Ergänzung von Sammlungsschwerpunkten (MdM, Louisiana), zu einer kuratorischen Recherche von Einflüssen einer älteren auf die jüngere Künstlergeneration (Städel), einem thematisch bestimmten kuratorischen Konzept (MART, MSL) bis zu breiten Ankäufen von junger Kunst (MSU, IHC). Eines wird dabei besonders deutlich: die Fülle an Möglichkeiten, Sammlungen zu erweitern und zu vertiefen und wie wichtig und notwendig es ist, diese zu fördern und zu stärken.
"Aspekte des Sammelns" bietet nun die einmalige Gelegenheit diese divergierenden Sammlungsstrategien und Ankaufsmodelle in einer Ausstellung zu vergleichen und ebenso ermöglicht sie den Besuchern, den Reichtum der künstlerischen Arbeiten zu entdecken.
Sarah Morris / 1972 [Rings], 2006 / Household gloss paint on canvas / 289 x 578
Teilnehmende Künstler an der Ausstellung "Aspekte des Sammelns" im Essl Museum:
Lovro Artukovic, Micol Assaël, Miriam Bäckström, Stephan Balkenhol, Martin Barré, Milivoj Bijelić, Zhen Chen, Thea Djordjadze, Simon English, Jan Fabre, Liam Gillick, Group ABS, Ana Hušman, Manisha Jha, Jesper Just, Suhasini Kejrival, Raoul de Keyser, Alem Korkut, Eliseo Mattiacci, Annette Messager, Sarah Morris, Muntean/Rosenblum, Nunzio (Di Stefano), Tal R, Hans Hamid Rasmussen, Anselm Reyle, Pipilotti Rist, Arcangelo Sassolino, Viren Tanwar, Patrick Tuttofuocco, Shiv Verma, Silvio Vujicic, Heimo Zobernig
2009-10-30
Festempfang 10 Jahre Essl-Museum
Vor 10 Jahren wurde das Essl-Museum in Klosterneuburg bei Wien eröffnet - mit einem grossen Festempfang begingen Agnes und Karlheinz Essl heute die erste einer Reihe von Feierlichkeiten.
Man feiere das 10-Jahres-Jubiläum „an der Schwelle zu neuen Perspektiven", meinte Karlheinz Essl in seiner Festansprache. 7.000 Kunstwerke beherberge das Museum, und dafür „hat man auch Verantwortung, denn es sind unvergängliche Werte, die wir hier betreuen". Am Beginn des Museums habe eine Vision gestanden, so Essl: „Ein Haus für die Kunst unserer Zeit zu sein".
Als „Highlights" der vergangenen Jahre nannte Prof. Essl Ausstellungen wie z.B. „Blut und Honig - die Zukunft liegt im Balkan", die Aborigines-Kunst präsentierende Ausstellung „Spirit and Vision", die jungen chinesischen Künstlern gewidmete „China now" oder die noch bis 1.11.2009 laufende Ausstellung „Chalo India". „20 Ausstellungen aus unserer Sammlung wurden weltweit gezeigt, Leihgaben gingen an Museen in die ganze Welt", so Essl weiters über sein Museum, das derzeit 55 MitarbeiterInnen beschäftigt. „Die Zukunft ist klar definiert: Die Vitalität und Aktivität am Leben zu halten und ein großes Publikum für die Kunst zu begeistern."
Über die Sammlung und das Essl-Museum referierte der Kunsthistoriker Prof. Dr. Dieter Ronte, Leiter des Forum Frohner. „Die Zeit der Museen ist erst gekommen", so Ronte, der über Anfänge und Entwicklung der Sammlung des Ehepaares Essl sowie des Museums sprach. Auch NÖ-Landeshauptmann Erwin Pröll fand treffende Worte zum Essl-Museum ("für die Kulturarbeit des Landes ist hier ein unglaubliches Kraftfeld zuhause").
Man feiere das 10-Jahres-Jubiläum „an der Schwelle zu neuen Perspektiven", meinte Karlheinz Essl in seiner Festansprache. 7.000 Kunstwerke beherberge das Museum, und dafür „hat man auch Verantwortung, denn es sind unvergängliche Werte, die wir hier betreuen". Am Beginn des Museums habe eine Vision gestanden, so Essl: „Ein Haus für die Kunst unserer Zeit zu sein".
Als „Highlights" der vergangenen Jahre nannte Prof. Essl Ausstellungen wie z.B. „Blut und Honig - die Zukunft liegt im Balkan", die Aborigines-Kunst präsentierende Ausstellung „Spirit and Vision", die jungen chinesischen Künstlern gewidmete „China now" oder die noch bis 1.11.2009 laufende Ausstellung „Chalo India". „20 Ausstellungen aus unserer Sammlung wurden weltweit gezeigt, Leihgaben gingen an Museen in die ganze Welt", so Essl weiters über sein Museum, das derzeit 55 MitarbeiterInnen beschäftigt. „Die Zukunft ist klar definiert: Die Vitalität und Aktivität am Leben zu halten und ein großes Publikum für die Kunst zu begeistern."
Über die Sammlung und das Essl-Museum referierte der Kunsthistoriker Prof. Dr. Dieter Ronte, Leiter des Forum Frohner. „Die Zeit der Museen ist erst gekommen", so Ronte, der über Anfänge und Entwicklung der Sammlung des Ehepaares Essl sowie des Museums sprach. Auch NÖ-Landeshauptmann Erwin Pröll fand treffende Worte zum Essl-Museum ("für die Kulturarbeit des Landes ist hier ein unglaubliches Kraftfeld zuhause").
Blick ins Depot Essl-Museum
Einen launigen Ausklang fand die Feier bei einem (vom netten Neni-am-Naschmarkt-Team gecaterten) Lunch im Depot des Essl-Museums.
2009-10-23
Daniel Richter im Essl Museum
Erstmals zeigt das Essl Museum in Klosterneuburg bei Wien von 23.10.2009 bis 10.01.2010 die großformatigen figürlichen Werke von Daniel Richter (*1962), mit denen der Künstler international großes Aufsehen erregt hat und bringt diese in Verbindung mit seinen, in den 90er Jahren entstandenen, abstrakten Bildern. Ergänzt wird die Daniel-Richter-Schau im Essl Museum durch 2 brandaktuelle kleinformatige Serien. Diese überraschen durch eine starke Präsenz, die man bislang nur bei den großen "Museumsbildern" Richters erlebt hat. In einer Serie bezieht sich Daniel Richter auf das aktuelle Thema Grenze / Mauerfall 1989 - aber abseits von allem Heroischen ist in diesen Arbeiten die entsetzliche Tristesse von Grenzen malerisch verdichtet.
DANIEL RICHTER: Halli Galli Polly, 2004 / Öl auf Leinwand
© VBK, Wien, 2009
Daniel Richter setzt die Mittel der Malerei furios und in einer zeitgemäßen Form ein. In den Werken der letzten Jahre spiegeln sich soziale und politische Inhalte der Gesellschaft. In atmosphärisch dichten und aufwendigen Kompositionen werden dabei Haltung und Anliegen des Künstlers spürbar, eine Malerei die kaum jemanden kalt lässt. In den figurenreichen Szenen verschränkt Daniel Richter kunsthistorische, massenmediale und popkulturelle Versatzstücke zu eigenwilligen, erzählerischen Bildwelten. Bei den abstrakten, psychedelisch anmutenden Bildern der 90er Jahre hat Daniel Richter oft für jedes einzelne eine eigene malerische Fragestellung entwickelt. Sie zeugen von einem sehr experimentellen Zugang zur Malerei. Der virtuose Einsatz malerischer Mittel, der Richters Kunst heute so eindringlich macht, wurde schon bei den abstrakten Bildern vorbereitet. In der Ausstellung im Essl Museum sind Werke beider Schaffensphasen gemeinsam ausgestellt und ermöglichen den Betrachtern einen direkten Vergleich.
DANIEL RICHTER: Halli Galli Polly, 2004 / Öl auf Leinwand
© VBK, Wien, 2009
Daniel Richter setzt die Mittel der Malerei furios und in einer zeitgemäßen Form ein. In den Werken der letzten Jahre spiegeln sich soziale und politische Inhalte der Gesellschaft. In atmosphärisch dichten und aufwendigen Kompositionen werden dabei Haltung und Anliegen des Künstlers spürbar, eine Malerei die kaum jemanden kalt lässt. In den figurenreichen Szenen verschränkt Daniel Richter kunsthistorische, massenmediale und popkulturelle Versatzstücke zu eigenwilligen, erzählerischen Bildwelten. Bei den abstrakten, psychedelisch anmutenden Bildern der 90er Jahre hat Daniel Richter oft für jedes einzelne eine eigene malerische Fragestellung entwickelt. Sie zeugen von einem sehr experimentellen Zugang zur Malerei. Der virtuose Einsatz malerischer Mittel, der Richters Kunst heute so eindringlich macht, wurde schon bei den abstrakten Bildern vorbereitet. In der Ausstellung im Essl Museum sind Werke beider Schaffensphasen gemeinsam ausgestellt und ermöglichen den Betrachtern einen direkten Vergleich.
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2009-10-15
Edvard Munch und das Unheimliche im Leopold Museum Wien
Edvard Munch, einer der wichtigsten europäischen Künstler, steht im Mittelpunkt der großen Herbstausstellung im Leopold Museum Wien. Munchs Werk ist von Liebe, Angst und Tod bestimmt. Die symbolgeladene Atmosphäre verleiht vielen seiner Werke eine unheimliche Komponente. Die Seelenzustände, die innere Zerrissenheit des Künstlers, manifestiert sich in drastischen Bildfindungen, wie etwa in den Werken „Angst“ oder „Das Geschrei“. Die Tragik in der sexuellen Beziehung wird im Bild „Der Vampyr“ deutlich. Die Frau mit roten Haaren wie Schlangen, saugt dem „männlichen Opfer“ das Blut aus. Die Ausstellung „Edvard Munch und das Unheimliche“ (16.10.2009 - 18.01.2010) spannt einen Bogen vom späten 18. Jahrhundert (Piranesi, Goyas „Caprichos“) bis zum frühen 20. Jahrhundert. Sigmund Freud wird 1919 in seinem Aufsatz „Das Unheimliche“ die sprachlichen, künstlerischen und psychologischen Assoziationen untersuchen, die mit diesem Begriff in Zusammenhang gebracht werden.
Die Beschäftigung mit dem Unheimlichen, Unerklärlichen und Unfassbaren war in der bildenden Kunst schon immer vorhanden (Albrecht Dürer, „Ritter, Tod und Teufel“, die unheimlichen Phantasien des Hieronymus Bosch, Johann Heinrich Füsslis „Nachtmahr“). Die berühmten 1745-50 entstandenen »Carceri« des Giovanni Battista Piranesi bedrücken im 18. Jahrhundert durch die Stimmung des Unheimlichen und Unzugänglichen. Francisco de Goyas berühmte Radierung »Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer« (um 1799) ist ein Schritt in ein neues Denken, hundert Jahre später (1900) schreibt Sigmund Freud das epochale Werk, „Die Traumdeutung“. Nach den meisterhaften Zyklen Goyas um 1800 sind vor allem die Werke der Symbolisten in Deutschland, Frankreich, Belgien und Italien durchdrungen von unheimlichen Ideen. Am Ende dieser Reihe stehen die Künstler Edvard Munch, James Ensor und Alfred Kubin, deren Werke ihre eigenen übersteigerten Ängste und Seelenzustände in künstlerisch vollendeter Form dargestellt haben. Bisweilen erscheint, etwa bei Munch, das Bild zunächst nicht unheimlich, aber hintergründig ist das Beunruhigende spürbar, aus dem heraus es geschaffen wurde. Munch und andere waren fähig das Verborgene sichtbar zu machen.
Die Beschäftigung mit dem Unheimlichen, Unerklärlichen und Unfassbaren war in der bildenden Kunst schon immer vorhanden (Albrecht Dürer, „Ritter, Tod und Teufel“, die unheimlichen Phantasien des Hieronymus Bosch, Johann Heinrich Füsslis „Nachtmahr“). Die berühmten 1745-50 entstandenen »Carceri« des Giovanni Battista Piranesi bedrücken im 18. Jahrhundert durch die Stimmung des Unheimlichen und Unzugänglichen. Francisco de Goyas berühmte Radierung »Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer« (um 1799) ist ein Schritt in ein neues Denken, hundert Jahre später (1900) schreibt Sigmund Freud das epochale Werk, „Die Traumdeutung“. Nach den meisterhaften Zyklen Goyas um 1800 sind vor allem die Werke der Symbolisten in Deutschland, Frankreich, Belgien und Italien durchdrungen von unheimlichen Ideen. Am Ende dieser Reihe stehen die Künstler Edvard Munch, James Ensor und Alfred Kubin, deren Werke ihre eigenen übersteigerten Ängste und Seelenzustände in künstlerisch vollendeter Form dargestellt haben. Bisweilen erscheint, etwa bei Munch, das Bild zunächst nicht unheimlich, aber hintergründig ist das Beunruhigende spürbar, aus dem heraus es geschaffen wurde. Munch und andere waren fähig das Verborgene sichtbar zu machen.
2009-09-03
CHALO India im Essl Museum
Das Essl Museum ermöglicht mit der Ausstellung "CHALO! INDIA. Eine neue Ära indischer Kunst" (2.9.-1.11.2009) einen eindrucksvollen Einblick in die zeitgenössische indische Kunstszene und präsentiert den gegenwärtigen Stand der indischen zeitgenössischen Kunst und spürt den großen Veränderungen der letzten Jahre nach. Die Ausstellung zeigt die Werke von Künstlern, die sich durch Bearbeitung von Themen aus ihrer Alltagsumgebung mit den Realitäten ihrer Gesellschaft und ihrer Zeit auseinandersetzen und sie durch ihre Kunst in ein Theater des Lebens transformieren. "Chalo!" bedeutet auf Hindi so etwas wie "Gehen wir!" oder "Los geht’s!". Die ist eine Einladung zu einer Begegnung mit der neuen Kreativität und Energie der zeitgenössischen indischen Kunst. Die Kunstwerke vermitteln einen Eindruck von "India now", und jeder Besucher mag bei ihrer Betrachtung unterschiedliche Denkweisen für sich entdecken.
THUKRAL & TAGRA - Phantom IX-B, 2007 - Acryl und Öl auf Leinwand
THUKRAL & TAGRA - Phantom IX-B, 2007 - Acryl und Öl auf Leinwand
2009-06-04
Cy Twombly im MUMOK Wien
Der 1928 geborene US-Künstler Cy Twombly ist einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Ausgehend vom Abstrakten Expressionismus entwickelte er einen eigenwilligen Stil mit schriftartigen Zeichen, den er auf großformatigen Leinwänden ins Monumentale steigert. Die Präsentation im MUMOK Wien (4.6.-26.10.2009) vereint Werke aus allen Schaffensphasen und präsentiert einen eigens für die Ausstellung geschaffenen neuen Werkzyklus. In Cy Twomblys Bildern und Skulpturen wird die mediterrane Welt antiker Mythen heraufbeschworen, wobei er gerade das Beiläufige und Untergründige ins Zentrum rückt. Der Wechsel zwischen Sensibilität und Vulgarität, filigraner Technik und Expressivität macht die ungeheure Spannung seiner Arbeiten aus. Die retrospektiv angelegte Ausstellung führt die bisher zumeist getrennt gezeigten Gattungen Skulptur, Malerei, Zeichnung, Grafik und Fotografie zusammen. Die Werke werden so präsentiert, dass die gegenseitige Reflexion, die Beeinflussung und Bereicherung der einzelnen Medien deutlich wird und ästhetische und konzeptuelle Leitlinien von Twomblys Kunst sichtbar werden: die Etablierung der Farbe Weiß, die Verwendung von Schrift, die Bedeutung von Collage-Prinzipien und ästhetische Ausdrucksmittel wie das melancholische Herabfließen der pastos aufgetragenen Farbe. Bisher ist kaum bekannt, dass sich Twombly seit seiner Zeit am Black Mountain College in den frühen 50er Jahren kontinuierlich mit Fotografie beschäftigt. Im Rahmen der Wiener Ausstellung wird erstmals dieses reiche fotografische Oeuvre in eine Darstellung von Twomblys Werk integrieren.
2008-11-02
Peter Kogler im MUMOK Wien
Die groß angelegte Werkschau des österreichischen Künstlers Peter Kogler im MUMOK Wien (31.10.2008 - 25.1.2009) betont den Stellenwert von Koglers Frühwerk im Zusammenhang mit den seit den 1980er Jahren entwickelten computergenerierten Motivwelten. Für das MUMOK hat Peter Kogler 3 neue Installationen geschaffen, eine davon projiziert weiße Riesenratten auf die Fassade des Museums.
Peter Koglers medien-, raum- und architekturbezogenen Arbeiten bestimmen das internationale Kunstgeschehen maßgeblich mit. Beiträge für Großausstellungen wie der Venedig Biennale (1986) sowie die Teilnahmen an der documenta IX und X in Kassel (1992,1997) brachten ihm weltweit hohes Renommée ein. Peter Koglers Grafiken und Installationen verweisen auf die Mediatisierung und Technologisierung der Gesellschaft mit ihren Potentialen und Fallen. Seine begehbaren Raumlabyrinthe mit ihren biomorphen Formen haben ebenso wie die Aufsehen erregenden Interventionen im urbanen Raum große öffentliche Resonanz gefunden. Jetzt zeigt das MUMOK sein bisheriges, umfassendes Oeuvre und präsentiert über 100 Arbeiten von 1979 bis 2008.
In den frühen Gouachen und Kartonobjekten verknüpft Peter Kogler, angeregt von Filmklassikern der Moderne, Figur und Raum zu bildhaften Objekten. Die gleichförmig und musterartig strukturierten Bildmotive verweisen bereits auf die computergenerierten Arbeiten, die er in den 1980er Jahren, jenseits des Mainstreams der neuen wilden Malerei, entwickelt. Peter Kogler wählt früh die Medien- und Computertechnologie als Grundlage seiner installativen und raumbezogenen Werke. In ihnen verformt und verflüchtigt sich die Identität und Individualität des Menschen in rasterartig anonymen Porträts. Mit der Ameise und dem Gehirn findet Kogler grundlegende Motive, die zeichenhaft Symmetrisches sowie lebendig Organisches in sich vereinen. Sie symbolisieren die Durchdringung von Natur und Technik, von Realität und Virtualität und sind in ihrer seriellen Vervielfachung prägnante Erkennungszeichen seiner Kunst. Das Labyrinth als Metapher einer medial vernetzten Gesellschaft bildet ein weiteres modulares Zentralmotiv, mit dem er in seinen variantenreichen Tapetenarbeiten und Projektionen reale Räume so überlagert, dass Besucher in virtuelle end- und bodenlose Raumfluchten hineingezogen werden, die neue Wahrnehmungs- und Erfahrungshorizonte eröffnen.
Peter Koglers medien-, raum- und architekturbezogenen Arbeiten bestimmen das internationale Kunstgeschehen maßgeblich mit. Beiträge für Großausstellungen wie der Venedig Biennale (1986) sowie die Teilnahmen an der documenta IX und X in Kassel (1992,1997) brachten ihm weltweit hohes Renommée ein. Peter Koglers Grafiken und Installationen verweisen auf die Mediatisierung und Technologisierung der Gesellschaft mit ihren Potentialen und Fallen. Seine begehbaren Raumlabyrinthe mit ihren biomorphen Formen haben ebenso wie die Aufsehen erregenden Interventionen im urbanen Raum große öffentliche Resonanz gefunden. Jetzt zeigt das MUMOK sein bisheriges, umfassendes Oeuvre und präsentiert über 100 Arbeiten von 1979 bis 2008.
In den frühen Gouachen und Kartonobjekten verknüpft Peter Kogler, angeregt von Filmklassikern der Moderne, Figur und Raum zu bildhaften Objekten. Die gleichförmig und musterartig strukturierten Bildmotive verweisen bereits auf die computergenerierten Arbeiten, die er in den 1980er Jahren, jenseits des Mainstreams der neuen wilden Malerei, entwickelt. Peter Kogler wählt früh die Medien- und Computertechnologie als Grundlage seiner installativen und raumbezogenen Werke. In ihnen verformt und verflüchtigt sich die Identität und Individualität des Menschen in rasterartig anonymen Porträts. Mit der Ameise und dem Gehirn findet Kogler grundlegende Motive, die zeichenhaft Symmetrisches sowie lebendig Organisches in sich vereinen. Sie symbolisieren die Durchdringung von Natur und Technik, von Realität und Virtualität und sind in ihrer seriellen Vervielfachung prägnante Erkennungszeichen seiner Kunst. Das Labyrinth als Metapher einer medial vernetzten Gesellschaft bildet ein weiteres modulares Zentralmotiv, mit dem er in seinen variantenreichen Tapetenarbeiten und Projektionen reale Räume so überlagert, dass Besucher in virtuelle end- und bodenlose Raumfluchten hineingezogen werden, die neue Wahrnehmungs- und Erfahrungshorizonte eröffnen.
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